Wenn du neu in die Schweiz gezogen bist und eine B-Bewilligung hast, ist es wichtig zu verstehen, wie deine steuerlichen Pflichten funktionieren. Die meisten Expats zahlen zunächst Quellensteuer. Je nach Einkommen und persönlicher Situation kann es jedoch sein, dass du zusätzlich eine Steuererklärung einreichen musst — oder dass sich eine freiwillige Einreichung lohnt.
Steuern zahlen mit einer B-Bewilligung
Die meisten Expats mit einer B-Bewilligung zahlen Quellensteuer, bei welcher der Arbeitgeber jeden Monat die Steuer direkt vom Lohn abzieht und an die Steuerbehörden überweist. In vielen Fällen gilt diese Zahlung bereits als endgültige Steuer.
Du musst zusätzlich eine Steuererklärung einreichen, wenn dein Bruttoeinkommen mehr als CHF 120'000 pro Jahr beträgt (bzw. anteilig mehr als CHF 10'000 pro Monat). In einigen Kantonen ist eine Steuererklärung auch erforderlich, wenn du:
- Immobilien in der Schweiz besitzt
- zusätzliche Einkünfte hast (z.B. aus Investitionen oder selbständiger Tätigkeit)
- über ein grösseres Vermögen verfügst
Wenn du dir unsicher bist, prüfe deine Situation mit unserem B-Bewilligungs-Steuerrechner.
Steuern mit einer C-Bewilligung
Sobald du eine C-Bewilligung erhältst, wirst du steuerlich wie eine Schweizer Bürgerin oder ein Schweizer Bürger behandelt. Das bedeutet: Du reichst jedes Jahr eine Steuererklärung ein, in der du dein Einkommen, dein Vermögen und mögliche Abzüge angibst.
Wechsel von B auf C während des Jahres
Wenn du deine C-Bewilligung während eines Steuerjahres erhältst, wird die Besteuerung in der Regel aufgeteilt:
- Für die Monate mit B-Bewilligung zahlst du weiterhin Quellensteuer.
- Ab dem Zeitpunkt, an dem du deine C-Bewilligung erhältst, erfolgt deine Besteuerung über eine Steuererklärung.
Wichtig: Deine Steuern selbst verwalten
Sobald du eine C-Bewilligung hast, werden die Steuern nicht mehr automatisch vom Lohn abgezogen. Stattdessen erhältst du provisorische Steuerrechnungen von deinem Kanton und deiner Gemeinde. Deshalb ist es wichtig, jeden Monat Geld für deine künftigen Steuerzahlungen zurückzulegen.
Viele entscheiden sich dafür, im Laufe des Jahres freiwillige Vorauszahlungen an ihr Steueramt zu leisten. So vermeidest du eine hohe Rechnung am Jahresende — und bei Überzahlung bekommst du den Betrag zurückerstattet.
Wann lohnt sich eine freiwillige Steuererklärung?
Selbst wenn du nicht verpflichtet bist, eine Steuererklärung einzureichen, kann sich eine freiwillige Steuererklärung (NOV) lohnen — vor allem wenn:
- Du in einer Gemeinde mit niedrigen Steuern wohnst: Die Quellensteuersätze basieren auf einem kantonalen Durchschnitt — ist dein Steuerfuss tiefer, kannst du profitieren.
- Du hohe Abzüge geltend machen kannst: Säule 3a, lange Pendelwege, Weiterbildung oder Kinderbetreuung.
- Du selbständig tätig bist: Selbständige können höhere Beträge in die Säule 3a einzahlen.
Wichtig: NOV ist in der Regel dauerhaft
Wenn du dich für eine NOV entscheidest, musst du in der Regel auch in den folgenden Jahren eine Steuererklärung einreichen. Deshalb solltest du den langfristigen steuerlichen Vorteil gegen den zusätzlichen administrativen Aufwand abwägen.
Wie findest du heraus, ob sich das lohnt?
Die Steuersätze in der Schweiz unterscheiden sich stark zwischen Kantonen und Gemeinden. Nutze einen Online-Quellensteuerrechner mit Angaben zu Bruttoeinkommen, Wohnort, Zivilstand und Kindern. Anschliessend vergleichst du deine aktuelle Quellensteuer unter Berücksichtigung möglicher Abzüge mit der voraussichtlichen Steuerbelastung nach einer Steuererklärung. Siehe auch unseren Beitrag Säule 3a für B-Bewilligungsinhaber.
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Die Schweizer Steuervorschriften für Expats können komplex sein. Bei FIN bieten wir personalisierte Steueranalysen — damit du herausfindest, welche Lösung für deine Situation am sinnvollsten ist. Fordere eine persönliche Einschätzung an oder erhalte sofort eine Offerte.